Gefühle können schon manchmal ganz schon nervig sein, oder? Vor denen, die wir als negativ wahrnehmen, würden wir oft am liebsten davon laufen. Warum das keine gute Idee ist, erfährst du in meinem März-Magazin.

Von Mutter oder Vater Natur haben wir genau 5 sogenannte Elementargefühle mitbekommen:

Angst
Trauer
Ekel
Wut
Freude

Fällt dir was auf?

Nur eines der Gefühle „macht wirklich Spaß“! Gemein, oder? Wozu hat uns die Natur also in der Mehrzahl negative Gefühle in die Wiege gelegt!

Glaub mir, das hat gute Gründe!

  • sie warnen uns vor lebensbedrohlichen Zuständen
  • sie bringen uns zum Handeln
  • sie sind der Motor für Verhaltensänderung
  • sie sind Grundlage für langfristiges Lernen
  • sie helfen uns bei Entscheidungen
  • sie sind in ihrer Gesamtheit eine wichtige Basis für langanhaltende Gesundheit

Angst warnt uns vor gefährlichen Situationen, zum Beispiel davor, nicht schnell mal von einem Turm zu springen oder bei gruseligem Wetter raus zu gehen. Sie schützt uns davor, uns eine Nadel unter die Haut zu schieben, in eine Flamme zu fassen.

Ekel bewahrt uns schlicht und ergreifend davor, uns zu vergiften. Warnt uns vor überreifem Käse, giftigen Pilzen, merkwürdig riechenden Getränken, aber auch vor eventuell gefährlichen Tieren…

Trauer sorgt dafür, dass wir Belastendes loslassen können. Dass wir nach dem Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres zurück ins Leben finden und das schreckliche anfängliche Verlustgefühl nicht mit durch unser Leben zu nehmen.

Wut hilft uns, Grenzen zu setzen in Situationen, wo wir es ohne die Wut nicht könnten. Sie verleiht uns die Stärke, für uns selbst einzustehen, unsere Autonomität zu wahren, voran zu gehen und uns in schwierigen Situationen zu behaupten.

Freude sorgt dafür, dass wir uns besser mit anderen verbinden können. Sie hat einen immensen Einfluss auf unser Wohlbefinden, unsere ganzheitliche Gesundheit und die Funktion unseres Immunsystems. Sie hilft bei unserer Regeneration.

Alle unsere Gefühle sind also Helfer, auch, wenn sich das mitunter nicht so anfühlt. Sie sind in uns, um uns zu schützen und früher hieß das mehr als heute, sie retten unser Überleben.

Warum aber ist die Angst dann so unangenehm und macht dir gefühlt stundenlang unangenehme Gefühle, wenn doch der Auslöser schnell gefunden und als harmlos eingeordnet ist? Warum wird sie mitunter so groß, dass wir nicht mehr denken können und uns fühlen, als „sind wir selbst die Angst“?

Zunächst eine Tatsache, die du vielleicht nicht glauben kannst:

Wie kann das sein?

Du hast dich doch schon viel länger, sogar über Tage, mit unangenehmen Gefühlen herumgequält!

Wieso bleiben sie so lange, wo sie doch so „konstruiert sind“, dass sie nach ca. 90 Sekunden von selbst „vergehen“?

Wir nähren sie mit unseren Gedanken! Oder wir wehren sie ab und wollen sie nicht haben! Manche von uns sind wahre Meister der Verdrängung! So werfen wir bildlich immer wieder Stöckchen ins Feuer und wundern uns, warum es immer höher lodert…

Wenn aber Gefühle unserer Freunde sind, wollen sie wahrgenommen werden. Was machen sie, wenn wir sie nicht haben wollen? Sie klopfen um so heftiger an, bis wir sie wahrnehmen müssen!

Nicht umsonst ist noch immer die bisher wirkungsvollste Methode, übergroße Angst in Form von Panikattacken zu heilen, sich Schritt für Schritt dem Angstauslösenden zu stellen. Nur so, also mit Hinschauen und Durchfühlen, kann Angst langfristig abgebaut werden. Gehen wir angstmachenden Situationen immer wieder aus dem Weg, „fühlt sich die Angst gerufen“ und wir haben nach und nach vor immer mehr Situationen Angst, die sogenannte generalisierte Angststörung kann entstehten. Wir getrauen uns irgendann nicht einmal mehr, vor die Tür zu gehen.

Ein toller Trick ist es, auch unangenehmen Gefühlen mit „Neugier“ zu begegnen: „Ah, da ist Angst…“ und zu schauen, ob es wirklich einen Anlass gibt, eventuell davonzulaufen und sich in Sicherheit bringen zu müssen. Wenn nicht, können wir wahrnehmen, wo wir das Gefühl im Köper spüren können.

Unsere Gefühle sind untrennbar mit unserem Körper verbunden, jedes Gefühl hat sozusagen eine Wohnung im Körper. Dann beobachten wir die Angst im Körper ohne sie zu bewerten:

  • Wo sitzt sie?
  • Ist es ein Punkt oder eine Fläche?
  • Ist es statisch oder in Veränderung?
  • Gibt es begleitende Körperempfindungen?

Der Trick: es entstehen keine „nährenden“ Gedanken in unserem Gehirn, da wir ja den Körper beobachten – das Gehirn hat eine Aufgabe – und: die Angst fühlt sich wahrgenommen und kann gehen! Das funktioniert nicht nur mit der Angst!

Es gibt Forscher die davon ausgehen, das ungelebte Gefühle sogar ein nicht zu verachtender Faktor in der Entstehung von Tumorerkrankungen sind. Wissenschaftler sind sich einig, dass zurückgehaltene und ignorierte Gefühle uns krank machen.

Es gibt eine Studie (sogar doppelt durchgeführt), bei der Frauen untersucht wurden, bei denen es einen Verdacht auf Brustkrebs gab. Vor der Mammografie wurde den Frauen ein Fragebogen ausgehändigt, der sie zu ihren Gefühlen befragte und ob sie sie wahrnahmen, ihnen Raum gaben oder sie ignorierten oder unterdrückten.

Aus den Antworten der Fragebögen wurde eine „Prognose“ zur anstehenden Untersuchung ermittelt. Die Hypothese: wer seine Gefühle ignoriert oder nicht zulässt, leidet häufiger an Brustkrebs. Die Prognosen anhand der Fragebogenergebnisse stimmten zu 96% überein! Also, fast alle Frauen, die einen positiven Befund hatten, haben vorher angegeben, ihre Gefühle häufig zu unterdrücken oder zu ignorieren.

Was ist, wenn du keine Möglichkeit hast, zum Beispiel deine Wut unmittelbar aus deinem Körper zu lassen? Wenn dein Chef dich auf die Palme bringt, eine Kollegin dir „auf der Nase herum tanzt“?! Wenn du deine Wut in dir aufsteigen spürst, ihr aber gerade keinen Raum geben kannst?

Unausgelebte Wut kostet deinen Körper viel Energie und beschert dir anhaltend große Anspannung, psychisch wie muskulär.

Ich durfte für eine Klientin neulich den Raum halten, die über Jahre ihrer Wut keinen Ausdruck verliehen hatte – hier brach sich eine wahre Urgewalt in Wellen Bahn. Nachdem ich ihr dazu verholfen hatte, die angestaute Wut in Portionen loszulassen, blickte sie mich mit erschöpften aber glücklichen Augen an: „Endlich!“ Sie bemerkte, dass auch die schmerzhaften Körperspannungen, von denen sie berichtet hatte, reduziert waren und fragte: „Warum habe ich das nicht schon viel eher gemacht!“ Ja, warum?

Du solltest einen Weg finden, deiner Wut immer wieder in kleinen Dosen Ausdruck zu verleihen. Du kannst im Wald einen Wutschrei zaubern, dir einen Boxsack organisieren, auf dein Kissen einschlagen…. dich mal richtig ausschütteln! Das tut gut!

Und Wut abarbeiten, kann sogar Spaß machen. Eine Zeit lang hatte ich mit meinem Ehemann, der ganz und gar nicht Auslöser meiner Wut war, nach Feierabend amüsante Kämpfe mit einer mittig geteilten Schwimmnudel 😉 Dabei kam es regelmäßig zu abschließenden Lachsalven! Sehr lustig und obendrein gesund!

Wenn du also eines mitnimmst aus diesem Artikel, dann, dass deine Gefühle deine Freunde sind, die du akzeptieren und wahrnehmen solltest, um ein gesundes Leben auch in Verbindung mit deinem „Bauchgefühl“ zu haben. Lass sie da sein und nähre sie nicht mit anfeuernden Gedanken! Nimm sie im Körper wahr, lass sie kommen und vergehen.

Auch oder gerade weil das Wort KI nun in aller Munde ist, wird es wichtiger werden, das menschliche Gefühl auch als Entscheidungsressource zu nutzen für eine bessere Welt. Viel zu lange haben wir unseren Fokus auf die kognitiven Aspekte unseres Seins gelegt, jetzt kommt es zunehmend darauf an, dass wir uns als ganzheitliches menschliches und fühlendes System einbringen, dem keine KI überlegen ist, das ist meine ganz persönliche tiefe Überzeugung. Deine Gefühle geben uns bei jeder Entscheidung impulsiv ein Zeichen und dann….. überdecken wir diese natürliche Entscheidungshilfe damit, dass wir uns „logische oder vernünftige“ Gedanken machen… achte doch mal drauf…

Ich wünsche dir einen wunderbaren März! Genieße den Frühling mit allen Sinnen, hole auch deine ungeliebten Gefühle aus dem Winterschlaf und an Bord um gesund durch dein Leben zu steuern! Gefühle sind deine Freunde!

Deine Simone


Eine wunderbare Methode, Gefühle wieder bei sich willkommen zu heißen, ist der 1 Minuten Gefühlsscan.

Das führt dazu, dass du deine Gefühle und ihren „Wohnungen“ in deinem Körper sicherer zuordnen kannst und ihnen regelmäßig die Gelegenheit gibst, da zu sein und dich zu leiten.


Diesen Begriff kennst du sicher aus deiner Kindheit…. unsere Eltern und Großeltern wussten es nicht besser… Augen zu und durch! Zähne zusammenbeißen! Arschbacken zusammen! Das Leben ist kein Ponyhof! All das sind Ausdrücke für unterdrückte Gefühle, Einladungen, Gefühle zu ignorieren und über sie und sich selbst hinweg zu gehen!

Mach dich frei davon!


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